Was sind wir nicht stolz sobald eine Neukreation steht.
Sei es ein neues Gericht oder ein neuer Cocktail.
Dann werden erstmal die Lichtverhältnisse gecheckt, alles zurecht drapiert, zusätzliche Deko rangeholt.
Alles für das perfekte Bild. Alles um Likes auf Facebook und Instagram zu kassieren.
Alles, um anderen zu zeigen, was man drauf hat.
Alles, um neue Gäste anzulocken.
Alles, um vielleicht auch junge Menschen für die Gastronomie zu begeistern.

Doch das alles machen wir uns kaputt mit gewissen Bildern, in denen wir uns innerlich selbst feiern.

Kleine Kostprobe gefällig?:
– Wenn man unsere geleisteten Arbeitsstunden, mit dem eines normalen Jobs vergleichen würde, dann dürften wir mit 40 in die Rente gehen.
– Was haben ausgeschlafene Gastronomen mit fliegenden Elefanten gemeinsam?
Sie existieren nur in der Fantasie.
– Normale Menschen brauchen 60 Minuten um nach der Arbeit runterzukommen. Gastronomen brauchen eine Therapie.
-Gastronomen werden nicht älter. Sie haben keine Zeit dazu.
– Du hast also einen 40 Stunden Job? Ich erinnere mich noch ganz genau an meinen ersten Teilzeitjob.
– Du meinst die Ausbildung zum Koch ist einfach? Dann frag mal die 70% die abgebrochen haben.

Zugegeben, als Gastronom fühlt man sich da manchmal sehr verstanden und man gibt sehr schnell sein Like ab. Gut für die Seiten, die diese 1000x gelesenen Sprüche gepostet haben. Der Effekt für die Seite: Mehr Reputation und Sie wird immer größer.
Doch bedenkt nur eins: Wir sehen jeden Tag auf der Timeline was andere liken. Außenstehende halten uns für Psychos, wenn sie solche Sätze lesen.
Wir lieben alle die Gastronomie. Kein Tag ist gleich, es ist geil mit gleichgesinnten bekloppten Leuten zu arbeiten und den Laden zu rocken.
Doch stellen wir uns mal vor ein 15jähriger liest einen solchen Spruch, bei dem man stolz darauf ist, das man zu den 30% gehört (Statistik auch noch völlig falsch) die die Kochausbildung zu Ende gebracht haben. Da herrscht doch 0 Motivation in so einem jungen Menschen, der gerade überlegt welchen Beruf er wählen soll, als Koch, beziehungsweise Gastronom, anzufangen.

Unsere Branche leidet zur Zeit unter einem großen Imageschaden. Nicht nur etwa wegen Chefs, die einen ausnutzen und keinen Sinn für Menschlichkeit besitzen.
Nein! Jeder einzelne von uns ist daran Schuld, durch das teilen und liken solcher Bilder.

Wir sind defintiv nicht die einzige Branche die so viel knüppeln muss, denken wir nur mal an Pfleger, Ärzte oder Bauern, dennoch müssen wir es immer wieder in die Social Media Welt hinaus posaunen.

Jeder hat sein Päckchen zu tragen.
Lieber etwas dagegen tun, als sich ständig nur zu beklagen!

1 KOMMENTAR

  1. Also ich bereue meine 25 jahre Gastronomie nicht. Würde sofort wieder den Beruf Koch erlernen. Es gibt kein anderes Gewer das so vielseitig, Kreativ, fordernt und lehrreich ist.
    KM Richard König

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