Hey liebe jetzigen Azubis oder die, es noch werden wollen, ich heiße Chris, bin 24 Jahre alt und liebe die Vielfältigkeit und die persönliche Weiterentwicklung in der Hotellerie und Gastronomie. Während meiner beruflichen Laufbahn habe ich schon viele verschiedene Stationen passiert und freue mich, immer wieder neue Erfahrungen in der Branche machen zu dürfen. Davon, wie die Arbeit auf See abläuft, möchte ich euch mit diesem Beitrag berichten.

Mein bisheriger Werdegang

2008 habe ich mein erstes Schulpraktikum in diesem Bereich absolviert – in der 7. Klasse, kennt sicher jeder, da hat man noch nicht wirklich die Lust dazu – und danach war mir klar, dass ich so viele Restaurants und Hotels wie möglich kennenlernen möchte. Deshalb setzte ich ein einjähriges Praktikum im selben Betrieb drauf, machte nach meinem Sommerferien auf der Insel Lindau einen Zwischenstopp und blieb ebenfalls ein Jahr in Hausen ob Verena.

Nach der 10. Klasse und dem BK1 in Ernährung und Hauswirtschaft beschloss ich mit 16 Jahren – natürlich mit Unterstützung meiner Eltern – nach Freiburg im Breisgau zu ziehen. Dort absolvierte ich mein BK 2 und arbeitete gefühlt 24 Stunden am Tag, wenn ich nicht gerade Schule hatte – tagsüber in einer Kombination aus Café, Bar und Restaurant sowie abends in einem anderen Restaurant. Ich wollte es echt wissen! Als dann auch noch meine Liebe zu Cocktails geweckt wurde, besuchte ich die Barschule und arbeitete in einer der damals angesagtesten Bars Freiburgs, die es heute leider nicht mehr gibt.

2013 begann meine Ausbildung als Hotelfachmann, die ich drei Jahre später mit Bravour beendete. Im selben Sommer durfte ich eine Bar mit eröffnen und arbeitete dann dort auch. Nach zwei Verträgen zur See mit der „MS Europa 2“ besuche ich mittlerweile wieder die Schule und mache aktuell meinen staatlich geprüften Betriebswirt in Hotellerie und Gastronomie in Erfurt.

Wie ich zur Arbeit auf See kam

Im Januar 2017 stand für mich fest, dass es an der Zeit ist, einen großen Schritt zu wagen: Ich wollte auf das beste Schiff der Welt, die „Europa 2“. Um an die dafür benötigten Details zu kommen, erkundigte ich mich erst einmal in meinem Freundeskreis, wer bereits auf einem Schiff gearbeitet hatte. Mit den gesammelten Informationen und dem Wissen über die nötigen Voraussetzungen fehlte nur noch meine Bewerbung als Commis de Rang, dem Anfängerposten im Service-Teams eines Kreuzfahrtschiffes, an das Unternehmen Sea Chefs, die ich per Mail versandt.

Bereits am selben Tag bekam ich einen Anruf von Saskia, einer Mitarbeiterin des Teams, bei der ich mich telefonisch vorstellen durfte. Ich wurde zum Bewerbungsgespräch nach Frankfurt eingeladen und entschied mich dazu, mir für die Nacht davor ein Zimmer im selben Hotel zu mieten, um am Morgen direkt fit und ausgeschlafen im Foyer zu stehen – gemeinsam mit etwa 30 anderen Teilnehmern. Es wurde diverses Fach- und Allgemeinwissen abgefragt, ein Englisch-Test wurde geschrieben und am Ende gab es ein Bewerbungsgespräch auf Deutsch und auf Englisch.

Hört sich erst einmal ganz schön anstrengend an, ist es aber nicht – Saskia und Daniel vom Team waren super lieb und nett, sodass die ganze Anspannung direkt von mir ab fiel. Da ich vom Typ her passen würde, kam in weiteren Gespräch die Frage auf, ob ich mir die Stelle als Butler an Board vorstellen könnte. Saskia erkläre mir meine Aufgabenbereiche. Jeder kennt diese Sendungen, bei denen Butler auftauchen und mir fiel nichts Besseres ein als voller Begeisterung zu sagen, „JA, ICH WILL DIESE STELLE!“

Die Vorbereitung

Telefonisch wurde dann ein Termin für das Basic Safety Training in Rostock ausgemacht. Diese Fortbildung dauert fünf Tage: Man reist Sonntagabend an, wohnt auf einem Hausboot und reist Freitagabend zurück, nachdem man seine Prüfungen geschrieben hat.

Während dieser Zeit lernte ich einige interessante Dinge wie z. B.:

* Persönliche Überlebenstechniken
* Brandverhütung und Brandbekämpfung
* Einleiten unverzüglicher Maßnahmen nach einem Unfall oder medizinischem Notfall
* Befähigung in persönlicher Sicherheit und sozialer Verantwortlichkeit
* Grundlagen der Gefahrenabwehr

Diese Fortbildung kostet knapp 580 Euro – der Betrag wird von Sea Chefs vorgestreckt und anschließend vom ersten Lohn abgezogen, bei Abschluss eines festen Vertrags wird das Geld allerdings später zurück erstattet.

In dieser Woche lernt man außerdem Menschen, die bereits auf dem Schiff gearbeitet haben und natürliche die neue Crew kennen. Die Anwesenden teilen sich in zwei Klassen: Die Mitarbeiter, die zur Hapag-Lloyd-Flotte gehören – sprich „MS Bremen“, „MS Hanseatic“ und natürlich die beiden Kreuzfahrtschiffe „MS Europa“ und die „MS Europa 2“ – und jene, die Teil der AIDA-Flotte sind.

Nach dieser Woche erhalten die Teilnehmer ihre Zertifikate und ein Seediensttauglichkeitszeugnis, für das man von einem Arzt kontrolliert wird. Natürlich sollten alle eure Impfungen auf dem neusten Stand sein – ihr bekommt da aber eine Liste ausgehändigt, keine Sorge. Anschließend ist man erst einmal froh, dass bereits ein großer Teil geschafft ist – so ging es mir zumindest.

– weiter zu Teil 2 –

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