Die Gastronomie hat in weiten Teilen Probleme, motivierten Nachwuchs oder qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Das liegt allerdings nicht immer nur an äußeren Umständen wie den schwierigen Arbeitszeiten oder der vergleichsweise niedrigen Entlohnung – oft sind die Probleme leider auch hausgemacht. Denn während auf der einen Seite gerade der enge, persönliche Zusammenhalt in dieser Branche für viele ein echter Pluspunkt ist, kann auch genau diese Atmosphäre ins Negative umschlagen. An dieser Stelle haben wir bereits darüber berichtet, wie wichtig generell Respekt und Wertschätzung im Umgang mit Mitarbeitern sind. Ein Aspekt, der dabei allerdings oft vergessen wird: Es geht dabei nicht nur um das Klima im Team, sondern auch um den Ruf des Unternehmens.

Wie man den Umgang am Arbeitsplatz empfindet, entscheidet schließlich auch darüber, wie man im Bekanntenkreis über den eigenen Job und vor allem den Arbeitgeber spricht. Wer sich gut behandelt und als Teil des Teams fühlt, wird so zu einer Art Markenbotschafter, der im Idealfall die Werte des Unternehmens auf authentische Art und Weise nach außen trägt. Kleine Anekdoten, wie ob der Chef für seine Mitarbeiter einsteht, auf welche Art Krankheitsfälle und Urlaubswünsche gehandhabt werden oder auch einfach nur, ob man Spaß an den Aufgaben und vernünftige Kollegen hat, zeichnen ein Bild, das zwar auf der einen Seite ein echter Gewinn sein kann, das man aber andererseits auch nicht so schnell wieder los wird.

Schwierig wird es deshalb vor allem dann, wenn eben nicht alles den Vorstellungen entsprechend verläuft oder es eine große Diskrepanz zwischen der eigenen Außendarstellung eines Betriebs und der gelebten Realität der Mitarbeiter gibt. Wer selbst negative Erfahrungen macht, wird diese auch nach außen tragen. Ob ungerechte Behandlung, persönliche Streitereien oder unpünktliche Bezahlung – der Mensch neigt nun einmal dazu, sich gerne zu beschweren und Aussagen, die erst einmal die Runde gemacht haben, sind später nur schwer wieder zu korrigieren.

„What Susie says of Sally
says more of Susie than of Sally.“

Auch was Kommentare und Lästereien angeht, sollten sich beide Seiten nicht zu sehr hinreißen lassen. Wird über jeden Kollegen hergezogen, sobald dieser den Raum verlässt, kann sich umgekehrt auch praktisch jeder sicher sein, selbst Opfer einer solchen Aktion zu werden. Klar, am Ende des Tages sind wir alle nur Menschen und jeder muss auch mal ein bisschen Dampf ablassen – man sollte dabei aber nicht vergessen, dass auch das jeweilige Ziel der Beschwerde Gefühle hat und sachlich vorgebrachte, konstruktive Kritik einen am Ende deutlich weiter bringt.

Gerade auch im Falle einer Kündigung oder wenn die Wege sich aus anderen Gründen trennen ist es deshalb wichtig, seriös aufzutreten und eventuelle Zerwürfnisse nicht persönlich zu nehmen. Was bringt es, den schon gekündigten Mitarbeiter auf die letzten Meter noch einmal mit unerwünschten Aufgaben oder boshaften Bemerkungen zu drangsalieren, wenn die einzige Folge davon ist, dass er garantiert jedem erzählen wird, wie unmenschlich es an seinem (ehemaligen) Arbeitsort zugeht? Steht es im Zweifelsfall nicht viel mehr für wahre Größe, wenn man dem anderen auch wenn vielleicht nicht immer alles glatt gelaufen ist noch freundlich gegenübertritt? Am Ende bringt auch die schönste Darstellung auf der eigenen Homepage, über die Social-Media-Kanäle oder mit diversen PR-Maßnahmen nichts, wenn der Ruf als schlechter Arbeitgeber einem vorauseilt.

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