Was hat denn ein Funpark mit der Ausbildung in der Gastronomie zu tun? Unter dem Motto „Funpark Gastro-Ausbildung“ möchte ich die Ausbildung als Erlebnis gestalten: lernen soll Spaß machen und nicht nur trockene Theorie sein. Stellt Euch vor, dass jedes Thema in der Ausbildung für ein Fahrgeschäft in diesem imaginären Freizeitpark steht. Vor einem davon, das besonders hoch und schnell zu sein scheint, steht ein Azubi ganz ehrfürchtig und muss all seinen Mut zusammen nehmen, um sich hineinzutrauen. Aber er will es ausprobieren und überwindet so seine Angst. Von der nächsten Attraktion ist er so begeistert, dass er nicht einmal, sondern gleich fünfmal mitfahren möchte und die letzte stellt sich als Wasserbahn heraus, bei der er klatschnass wird, weil er ohne darüber nachzudenken ganz vorne Platz genommen hat. Dabei tut es nichts zur Sache, wie genau die einzelnen Fahrgeschäfte – also die Themen in der Ausbildung – beschaffen sind. Wenn der Azubi vorher weiß, dass er Spaß dabei haben wird und sich auf ein Erlebnis einlässt, ist er bereit mitzufahren und kann sein Bestes geben.

Ein Rückblick in meine eigene Ausbildungszeit

Ich erinnere mich gern an diese aufregende Zeit zurück, als die Kassen um Mitternacht gestreikt haben und ich die D-Mark in meinem Kellnergeldbeutel gegen Euro ausgewechselt habe. An die Kollegen, mit denen ich geschwitzt habe, bis die Gäste der Reisebusgruppen mit vollem Bauch und guter Laune das Restaurant verlassen haben. Aus Kollegen wurden Freunde und mit meinen damals 16 Jahren bescherte uns die erste Stammkneipe die schönsten Feierabende.

Ich erinnere mich aber auch daran, dass ich mich in der Berufsschule nicht wirklich wohl gefühlt habe und in vielen Fachgebieten einfach zu wenig Einblick hatte. Vieles kannte ich aus meinem Ausbildungsbetrieb nicht und die Medienwelt war noch kein immer verfügbares Lexikon. Die Erinnerungen an meinen Ausbilder beschränken sich auf die Unterschrift in meinem Lehrvertrag, was ich damals allerdings nicht sehr schlimm fand. Schließlich gaben meine Kollegen ihr Bestes, um mir die entsprechenden Tipps und Tricks zu zeigen und buckeln mussten alle gleichermaßen.

Trotzdem kann ich sagen: ein Funpark war das wirklich nicht. Die Erfahrungen in meiner Ausbildung haben mein Denken und Handeln im weiteren Berufsleben sehr geprägt. Ich wollte es als Ausbilder anders machen – nicht unbedingt besser oder schlechter, sondern einfach anders. Welche Erfahrungen ich dabei gemacht habe und was ich selbst weiterempfehlen kann, möchte ich gerne mit Euch teilen.

Lehrlingsprojekte als Möglichkeit nutzen

„Learning by doing“ lautet mein Erfolgsrezept in der Lehrlingsausbildung. Die klassische Lehrmethode, die Ausbilder dafür verwenden, setzt sich aus vier Schritten zusammen:

  1. erklären
  2. vormachen
  3. nachahmen
  4. einüben

Das Durchführen von Lehrlingsprojekten bietet zum einen die Möglichkeit, sowohl fachliches Know-how als auch Soft Skills optimal zu vermitteln. Darüber hinaus wird die Ausbildung abwechslungsreicher gestaltet, was die Wertschätzung dem Azubi gegenüber widerspiegelt. Außerdem fördert diese Ausbildungsmethode das selbstständige Arbeiten und wirkt sich positiv auf die Motivation der Lehrlinge aus.

Dass es in der Gastronomie nicht ganz einfach ist, an solchen Vorhaben zu arbeiten und sie anschließend auch zu verwirklichen, ist kein Geheimnis. Was in der Industrie planbare Ausbildung ist, bedeutet für die Mehrheit in der Gastronomie erst einmal zu improvisieren oder irgendwie mal zwischendurch eine Unterweisung oder ähnliches zu geben.

Auch wenn die Gastronomie von vielen Faktoren abhängig ist, die eine strukturierte Ausbildungsplanung erschweren, bin ich der Meinung: Wo ein Wille, da ist auch ein Weg! Nicht nur quatschen, sondern einfach mal machen. Was ich angefangen habe, bringe ich zu Ende.

Gemeinsam zum Ziel

Mein Ziel ist es, mit Euch auf Entdeckungsreise zu gehen und Ideen, Projektvorschläge und vieles mehr zu sammeln. Wir können zusammen voran gehen, miteinander Erfahrungen austauschen und diese weitergeben. So können alle voneinander lernen und Wege aufzeigen, wie die Gastro-Ausbildung vielfältig, bunt und vor allem mit Spaß und Action gestaltet werden kann. Ganz nach dem Motto: Inspiriere andere und lass dich inspirieren!

Ich finde es eine tolle Möglichkeit, jungen Ausbildern und jenen, die es noch werden wollen, ein Vorbild zu sein und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Des Weiteren können auch Azubis von den Ideen profitieren, indem sie Eigeninitiative zeigen und dem Ausbilder erzählen, was sie gerne ausprobieren möchten.

Erfolg hat drei Buchstaben: TUN

Um die Rubrik „Funpark Gastro-Ausbildung“ aufzubauen, möchte ich damit beginnen meinen Teil beizutragen und Euch ausgesuchte Projekte und Erfahrungen vorstellen. Und auch Ihr seid gefragt: Schreibt uns Eure Ideen, berichtet von Projekten, die Ihr schon umgesetzt habt, teilt uns Euer Feedback mit, stellt Fragen in den Kommentaren und seid aktiv dabei.

Ich bin mir sicher, dass da draußen schon viele tolle Gedanken umgesetzt werden. Wir möchten genau diese Konzepte sichtbar machen und mit Eurer Mitarbeit Ausbildungsteams in unseren „Funpark Gastro-Ausbildung“ einladen. Wir sehen uns im Funpark!

Eure Mandy

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