Ich möchte mich erst einmal kurz vorstellen: Mein Name ist Janina, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Hagen. Vor zwei Jahren habe ich mich dazu entschlossen, mein Fachabitur im Bereich Hauswirtschaft und Ernährung zu machen. Voraussetzung dafür ist es, im ersten Jahr (11. Klasse) ein Jahrespraktikum zu absolvieren. Hierfür habe ich mich bei einem etwas kleineren Hotel beworben und möchte euch gerne von meinen Erfahrungen dort berichten.

Gleich am Anfang habe ich gemerkt, dass das Arbeiten in der Gastronomie kein Zuckerschlecken ist. An meinem ersten Tag kam ich am Abend total verheult nach Hause und habe gesagt, dass ich dort nie wieder hingehe. Am nächsten Morgen habe ich mich aber trotzdem auf den Weg gemacht – auch um mir selbst zu beweisen, dass ich das durchstehe. Und diese Entscheidung habe ich nicht bereut. Während meiner Zeit dort durfte ich nicht nur in der Küche arbeiten, sondern bin auch mal in den Service gewechselt, wo ich bereits nach drei Tagen volle Verantwortung übernehmen durfte. Dass das Hotel in diesem Moment quasi in meinen Händen lag, war für mich ein unbeschreibliches Gefühl.

Nach zehn Monaten bekam ich leider mitgeteilt, dass das Hotel schließen würde und musste mich nach einer anderen Stelle umsehen. Zum Glück habe ich innerhalb kürzester Zeit einen neuen Platz in einem etwas größeren Hotel angeboten bekommen, wo ich meine restlichen vier Wochen absolvieren konnte. An meinem ersten Arbeitstag an meinem neuen Arbeitsplatz war ich zwar aufgeregt, aber es war etwas ganz was anderes als im Betrieb davor. Das Team hat mich herzlichst empfangen und ich habe mich sofort wohlgefühlt. Nach etwa einer Woche kam sogar der Küchenchef auf mich zu und bat mir eine Ausbildungsstelle an, obwohl eigentlich keine Stelle frei, weil er mich unbedingt im Team behalten wollte. Ich lehnte zwar aufgrund meines anstehenden Fachabiturs dankend ab, aber habe ihm vorgeschlagen, gerne in einem Jahr auf dieses Angebot zurückzukommen.

Als mein Praktikum vorbei war merkte ich schnell, dass mir meine Kollegen dort wirklich fehlten. Deshalb habe ich mich als Aushilfe beworben, um die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn am 01. August 2018 zu überbrücken. Während dieser Zeit durfte ich oft in der Küche arbeiten und konnte so schon viel lernen – von Fleisch und Fisch über Jus bis zum Dessert. Um davon auch nichts zu vergessen, habe ich mir direkt am Anfang an kleines Buch zugelegt, in das ich das Gelernte notiert habe – im Nachhinein ein super Einfall, denn ich nutze die so festgehaltenen Informationen fast täglich!

Nachdem ich am 30. Juni 2018 mein Abitur bestanden habe, stand einen Monat später am 01. August 2018 der Start in die Ausbildung als Köchin an. Am ersten Arbeitstag als frische Azubine wurde mir die Aufgabe des Gardemanger zugeteilt, das heißt ich durfte das Mise en Place und das Abendgeschäft allein übernehmen und es lag alles in meiner Hand. Obwohl ich erst befürchtete, dadurch unter großem Druck zu stehen war das nicht der Fall und es hat mir wirklich Spaß gemacht, mich direkt so einzubringen. Mittlerweile ist mein erster Monat als Auszubildende fast vergangen und ich muss gestehen, dass mir der Beruf jeden Tag mehr Spaß macht. Ich durfte bisher richtig viel lernen und sogar vieles selbst ausprobieren. Die Tatsache, dass ich einen Posten allein besetze hat natürlich auch den Vorteil, dass ich meine Ideen und Kreationen mit einbringen darf und zum Beispiel bei der Patisserie direkt umsetzen kann, was mir in den Kopf kommt.

Als Fazit kann ich bisher sagen, dass es wirklich die beste Entscheidung war, die ich jemals getroffen habe. Ich bereue bis heute keinen einzigen Tag oder Schritt auf dem Weg dorthin. Und auch, wenn ich anfangs noch meine Zweifel hatte, habe ich für mich gemerkt, dass mich jeder Tag nur noch stärker macht und ich mich nicht unterkriegen lasse. Gerade in einem Bereich, den viele sonst als typischen „Männerberuf“ sehen, macht es mir Spaß mich zu beweisen. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich diesen ganzen Weg nicht ohne die Hilfe und Unterstützung meiner Mama und Schwester geschafft hätte. Denn die beiden gaben mir den Halt, den ich brauchte, um nicht aufzugeben und haben mich mit ihrer Hilfe zu dem gemacht, was ich heute bin.

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